LandFrauen · Landwirtschaft

Leben auf dem Land mit Corona

Bisher habe ich versucht in meinen Posts das Corona Thema herauszuhalten, was vielleicht nicht gut war. Denn wenn mir nun höre: „Bei euch auf dem Land ist ja alles gut“, trifft mich das sehr. Hier ist lange nicht alles gut! Was, wenn wir in Quarantäne müssten und die Tiere und die Arbeiten auf dem Feld nicht mehr ausführen könnten, würden wir einen Betriebshelfer bekommen? Wir haben Vorsichtsmaßnahmen getroffen, aber reicht das, um eine mögliche Infektion auszuschließen? Was, wenn bisher funktionierende Lieferketten nicht mehr funktionieren, bekommen wir weiterhin notwendige Dünger und Pflanzenschutzmittel für den Ackerbau. Und unsere Schweine brauchen ihr Futter und müssen ab einer bestimmten Größe auch verkauft werden. Neue Ferkel rücken nach, die werden auch weiter geboren, ob Krise, oder nicht.

Ich bin dem Himmel dankbar, dass unsere drei Jungs erwachsen sind und nicht mehr betreut werden müssen. Dennoch, unser jüngster Sohn steht vor dem Abi, findet es überhaupt statt? Bis vor zwei Wochen haben wir uns noch darüber Gedanken gemacht, wie wir Abiball eine Hochzeit im engen Freundes- und Familienkreis und Omas 80. Geburtstag unter einen Hut bringen. Nun kann es sein, dass nichts davon stattfindet. Überhaupt fehlen mir unsere Freunde, LandFrauen und Nachbarn sehr. Auch hier, bei uns auf dem Land, verändert sich das Leben beängstigend und die Nerven liegen schon mal blank.

Trotzdem finde ich es absolut wichtig, positiv nach vorne zu schauen und es nicht zuzulassen, dass die Sorgen überhandnehmen. Mir ist bewusst, dass wir sehr privilegiert leben, mit viel Platz auf dem Hof und einem großen Garten, der Ablenkung bietet. Diese Ablenkung und den Blick auf das Schöne, ist es, was ich mit Euch teilen möchte. Das ist auch Verdrängung, aber sie ist zum Selbstschutz und tut der Seele gut.

Diese Krise ist vielleicht auch zu etwas gut. Wir haben jetzt Zeit uns mit Digitalisierungsthemen auseinanderzusetzten, die wir schon länger vor uns herschieben. Nutzen wir doch diese Chance! Warum nicht mal ausprobieren, wie eine Videochat funktioniert, das lässt uns ein Stück virtuell zusammenrutschen und würde uns auch im Ehrenamt ein Stück weiterbringen. Mit meinen Beetschwestern haben wir uns in der nächsten Woche auf ein Glas Sekt, am PC verabredet, auf diesen Termin freue ich mich schon sehr.

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